Die Autoprotolyse des Wassers quantitativ „betrachtet“ – auf dem Weg zu einem vertieften Verständnis des pH-Werts
Vortragender: Karsten Wiese, Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte (Gymn.), Heilbronn
Datum:Samstag, 28. März 2026
Zeit:17:15 ‑ 17:45 Uhr
Raum:001 in E1 3
Beitrags-Nr.:VC 28-030
Hinweis:Anzahl an Sitzplätzen: 99

Das Wort „betrachtet“ ist hier wörtlich gemeint: Wie kann man die Autoprotolyse des Wassers in ästhetischen Experimenten quasi „mit den Augen wahrnehmen“, und daraus sogar quantitative Zusammenhänge ableiten? Lernende müssen dabei allerdings immer wieder reflektieren, was sie eigentlich sehen…
Anspruchsvollere experimentelle Zugänge, ein höherer Abstraktionsgrad und Mathematisierung – das sind unter anderem typische Merkmale des Chemieunterrichts in der Oberstufe des Gymnasiums, die auch bei diesem Thema deutlich hervortreten. Dabei liegt der Anspruch des Experiments nicht immer unbedingt im komplexeren Versuchsaufbau, sondern in der Interpretation des Beobachteten.

Ästhetische, einfach durchzuführende Experimente zur Thematik Autoprotolyse des Wassers und pH-Wert erleichtern die Begriffsbildung, bieten Raum zur Problematisierung und veranschaulichen mathematische Zusammenhänge. Dabei wird in diesem Vortrag der häufig übliche Unterrichtsgang einmal umgedreht und ein anderes Problem in den Vordergrund gestellt: Das Verständnis der Autoprotolyse des Wassers beginnt nicht mit der elektrischen Leitfähigkeit reinen Wassers, also bei pH = 7, sondern bei sehr sauren Lösungen bei pH = 0.

Der Referent ist langjährig als Fachleiter für Chemie und Bereichsleiter Naturwissenschaften in der Seminarausbildung sowie als Schulbuchautor tätig.