Lebenszyklusanalyse und Recycling von Energietechnologien als Lernanlass im Chemieunterricht
Vortragende: Dr. Annabel Pauly, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Beitrags-Nr.:PC 179

Der Ausbau erneuerbarer Energien führt zu einer zunehmenden Menge ausgedienter Komponenten wie Solarmodulen, Rotorblättern oder Batteriespeichern. Diese Materialien bieten ein hohes Potenzial für den Chemieunterricht, da sie authentische Zugänge zu Stoffkreisläufen, Materialeigenschaften, Trennverfahren und nachhaltiger Ressourcen­nutzung eröffnen. Das vorgestellte Konzept nutzt ausgewählte Elemente dieser physischen Infrastruktur – etwa Siliziumbruch aus Photovoltaikmodulen, Verbundwerkstoffe von Windkraftanlagen oder lithiumhaltige Batteriematerialien – und überführt sie in experimentelle Lernumgebungen. Ein zentraler Bestandteil ist die Lebenszyklusanalyse (LCA), anhand derer Schülerinnen und Schüler ökologische Auswirkungen über alle Phasen – Herstellung, Nutzung, Rückbau und Recycling – bewerten. Sie analysieren chemische Prozesse des Recyclings, reflektieren Energie- und Ressourcenaufwände und vergleichen Alternativen mithilfe vereinfachter LCA-Modelle. Die Verbindung realer Technologiebauteile mit chemischen Grundlagen und systemischem Denken schafft einen motivierenden, lebensweltorientierten Zugang, der sowohl fachliche Kompetenzen als auch Bildung für nachhaltige Entwicklung stärkt.