| Vortragender: | Dr. Philipp Hövel, Universität des Saarlandes |
| Datum: | Freitag, 27. März 2026 |
| Zeit: | 16:30 ‑ 17:00 Uhr |
| Raum: | HS II in E2 5 |
| Beitrags-Nr.: | VP 27-169 |
| Hinweis: | Anzahl an Sitzplätzen: 200 |
Chaotische Systeme verdeutlichen, wie in der Physik (und Mathematik) winzige Ursachen enorme Wirkungen entfalten können – ein Prinzip, das auch im Unterricht faszinierende Lerngelegenheiten eröffnet. Im Zentrum steht die sensitive Abhängigkeit von Anfangsbedingungen: Schon kleinste Unterschiede führen zu völlig verschiedenen Systemverläufen und machen langfristige Vorhersagen unmöglich. Diese Empfindlichkeit entsteht durch Nichtlinearitäten, die selbst einfache Modelle komplex und überraschend dynamisch werden lassen. Bereits Systeme mit einer minimalen Dimension von drei Variablen können deterministisches Chaos erzeugen und eignen sich damit gut für anschauliche und visuell ansprechende Unterrichtsbeispiele wie das Lorenz-Modell. Typisch ist dabei eine lokale Instabilität, die Trajektorien exponentiell auseinanderstreben lässt, während das Gesamtsystem gleichzeitig global begrenzt bleibt und sich innerhalb eines seltsamen Attraktors bewegt. So entsteht eine wiederkehrende Bahnkurve, die vertraute Muster zeigt, ohne sich jemals exakt zu wiederholen. Der Beitrag skizziert, wie diese Eigenschaften Lernenden helfen können, komplexe physikalische Phänomene zu verstehen, und welche didaktischen Chancen chaotische Systeme für einen motivierenden und konzeptorientierten Physikunterricht bieten.