| Vortragender: | Dr. Niklas Kramer, Universität Bielefeld |
| Co-Vortragender: | Prof. Dr. Claas Wegner, Universität Bielefeld |
| Beitrags-Nr.: | PB 115 |
Placebo- und Nocebo-Effekte gehören zu den klinisch bedeutsamsten Kontextfaktoren der modernen Medizin: Erwartungen können Schmerzen lindern und sogar Medikamentendosen reduzieren. Umgekehrt begünstigen Nocebos messbare Nebenwirkungen und Therapieabbrüche. Neurobiologisch sind unter anderem das endogene Opioidsystem, dopaminerge Bahnen und Stressachsen beteiligt.
In dem Beitrag wird ein Unterrichtsvorhaben vorgestellt, das die Bedeutung beider Effekte für die Medizin und den eigenen Alltag hervorhebt.
Der Einstieg erfolgt über einen fingierten Test: „Steigert ein Pflaster die Bizepskraft?“ – ein Aufhänger, um über Placebo und Nocebo ins Gespräch zu kommen und das Vorwissen der Schüler:innen abzufragen. Anschließend untersuchen die Schüler:innen die Wirkzusammenhänge, die über bloße Konditionierung hinausgehen (Erwartung, Kontext und das endogene Opioidsystem), und erforschen die Bedeutung beider Effekte mithilfe eigener, ethisch vertretbarer Studien. Abschließend wird erarbeitet, wie sich positive Placebo-Effekte im Alltag verantwortungsvoll nutzen lassen – transparent, wirksam und ohne Täuschung. Neben dem Unterrichtsvorhaben werden auch kleine Versuche für den Unterricht vorgestellt.